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VGL Bayern

Umsatz im bayerischen Garten- und Landschaftsbau klettert erstmals über 1,5 Milliarden Euro

München: Trotz eines zurückhaltenden Investitionsklimas bei Bauherren konnte der bayerische Garten- und Landschaftsbau das Jahr 2025 mit einem positiven Ergebnis abschließen. Der Umsatz stieg auf 1,544 Milliarden Euro und lag damit 3,9 Prozent über dem Wert von 2024. Ebenfalls erfreulich ist die Zunahme der Ausbildungszahlen mit fast 500 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen – ein Plus von mehr als 15 Prozent.

Vergangenes Jahr erreichte der nominale Umsatz im bayerischen Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) mit 1,544 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Im Vergleich zu 2024 entspricht dies einen Anstieg von 58 Millionen Euro. Den Löwenanteil am Gesamtumsatz erwirtschafteten die rund 667 Mitgliedsbetriebe des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) mit 1,032 Milliarden Euro (2024: 990 Millionen Euro).

Privatgärten und öffentliche Aufträge dominieren das Geschäft
Der größte Anteil des Umsatzes entfiel mit 63 Prozent auf Privatgärten, gefolgt von öffentlichen Auftraggebern mit 20 Prozent. Weitere Umsatzquellen waren der Wohnungsbau (8 Prozent), Industrie- und Gewerbekunden (5 Prozent), Generalunternehmer (2 Prozent) und Sonstige (2 Prozent).

Ausbildung im GaLaBau auf dem Vormarsch
2025 entschieden sich 494 Frauen und Männer für einen Ausbildungsstart im bayerischen GaLaBau, was einen Anstieg von 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die attraktiven Angebote der über 800 bayerischen Ausbildungsbetriebe zurückzuführen. Sie bieten jungen Menschen eine abwechslungsreiche Qualifizierung für einen zukunftssicheren und sinnstiftenden Beruf, der vielfältige Karrieremöglichkeiten eröffnet. Insgesamt waren zum Jahresende 2025 rund 1.280 angehende Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner in einer laufenden Berufsausbildung tätig.

Herausforderungen durch geringe Investitionsbereitschaft
Trotz dieser positiven Zahlen kämpfte die Branche mit Herausforderungen bei der Auftragslage. Im Bereich Neu- und Umbau waren die Mitgliedsbetriebe des VGL Bayern im Herbst 2025 durchschnittlich 17 Wochen ausgelastet (Herbst 2024: 18 Wochen). Die Auslastung im Bereich Pflegearbeiten lag bei 12 Wochen (Herbst 2024: 13 Wochen). Diese Rückgänge sind vor allem auf die zurückhaltende Investitionsbereitschaft von Hausbesitzern und gewerblichen Auftraggebern sowie die anhaltende Krise im Wohnungsbau zurückzuführen.

Positiver Ausblick auf 2026 und darüber hinaus
Die Aussichten für 2026 und die Folgejahre sind jedoch positiv. Die 2025 in Kraft getretenen Änderungen der Bayerischen Bauordnung, die Wohnbauvorhaben erleichtern sollen, lassen einen Anstieg der Bautätigkeit erwarten. Zudem beschloss die Bayerische Staatsregierung im Doppelhaushalt 2026/2027 zusätzliche Ausgaben für den kommunalen Wohnungsbau in Höhe von einer Milliarde Euro. Auch die auf Bundesebene im „Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung“ (Bau-Turbo) vorgesehenen Maßnahmen könnten dem GaLaBau neue Möglichkeiten offerieren. So verzeichneten die Wohnungsbaugenehmigungen in Bayern 2025 einen Anstieg von über fünf Prozent gegenüber 2024. Vor allem in den Landkreisen in Franken, Niederbayern und der Oberpfalz stiegen die Genehmigungen.

Förderprogramme als Treiber für den GaLaBau
Ein weiteres positives Signal ist die Fortführung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK), für das der Bund im Zeitraum 2024 bis 2028 über 3,5 Milliarden Euro bereitstellt. Teil des ANK und besonders relevant für den GaLaBau ist der Zuschuss „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“. Dieser fördert die Neu- und Umgestaltung naturnaher Grünflächen, die Pflanzung von Stadtbäumen, die Schaffung innerörtlicher Naturoasen oder an Ortsrändern von Siedlungsgebieten, die Flächenentsiegelung sowie die Wiederherstellung und Verbesserung natürlicher Bodenfunktionen.

„Für unseren Berufsstand bieten die Fördermittel an die Kommunen große Chancen. Denn als Landschaftsgärtner sind wir gefragte Partner, Experten und Problemlöser – besonders dort, wo es um die Aufwertung von Siedlungsräumen geht. Auch der Anstieg der Baugenehmigungen und die zu erwartenden Investitionen im Wohnungsbau stimmen uns optimistisch, dass 2026 und in den Folgejahren tatsächlich mehr Gebäude fertiggestellt werden. Das wird sich positiv auf unsere Branche auswirken“, erklärt Dietmar Lindner, Präsident des VGL Bayern.

Foto (Judith Menth, VGL Bayern): Dietmar Lindner, Präsident des VGL Bayern, erwartet mehr Fertigstellungen im Wohnungsbau mit positiven Effekten für den Garten- und Landschaftsbau.

Foto (Carolin Tietz, VGL Bayern): 2025 begannen knapp 500 junge Frauen und Männer eine Ausbildung zum Beruf „Landschaftsgärtner/in“, ein Plus von über 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.