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VGL Bayern

Auslobung zum Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2026 gestartet

Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla Landesverband Bayern lobt seit dem 26. Januar 2026 zum vierten Mal den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis aus. Kooperationspartner sind die Bayerische Architektenkammer sowie der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern. Die Bekanntgabe der Gewinner und die Preisverleihung finden am 30. Oktober 2026 auf der Festveranstaltung im Oskar von Miller Forum in München statt.

Der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis ist ein Ehrenpreis, der seit 2020 alle zwei Jahre vergeben wird. Neben dem Hauptpreis sind Auszeichnungen in sieben Kategorien vorgesehen. Der Preis würdigt Projekte und Planungen im Freistaat, die sich durch innovative, nachhaltige und klimagerechte Außen- und Landschaftsräume hoher Qualität auszeichnen – sowohl in der Neuanlage als auch im Bestand. Schirmherr des diesjährigen Wettbewerbs ist Reiner Nagel, Architekt, Stadtplaner und Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur.

Teilnahmeberechtigung, zugelassene Projekte und Einreichung
Zur Teilnahme zugelassen sind Projekte aus Bayern, die von Landschaftsarchitektinnen und -architekten aus dem In- und Ausland sowie Arbeitsgemeinschaften mit Beteiligung vorstehend genannter Berufsgruppe verfasst wurden. Die Fertigstellung der Projekte muss zwischen dem 1.Januar 2021 und 31.Dezember 2025 erfolgt sein. Ausgenommen davon sind Einreichungen für die Kategorie „Reifeprüfung – Projekte, 20 Jahre und älter“. Die Wettbewerbsunterlagen müssen bis spätestens 6. April 2026 in deutscher Sprache auf der Internetseite des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2026 eingereicht werden. Der bdla Bayern lädt ausdrücklich auch die junge Generation von Planerinnen und Planern ein, sich am Wettbewerb zu beteiligen, um ihre beruflichen Ideale und Visionen zu fördern.

Wettbewerbskategorien
Neben dem Hauptpreis und dem Publikumspreis werden Auszeichnungen in sieben Kategorien vergeben. Diese spiegeln mit ihrem breiten thematischen Spektrum die Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz der Landschaftsarchitektur wider:

1. Landschaftsplanung und -entwicklung: Projekte, die dem Erhalt und der Weiterentwicklung von Natur und Landschaft dienen sowie die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts als Lebensgrundlage des Menschen stärken. Dazu zählen beispielsweise Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen sowie Projekte zum Artenschutz und zur Förderung der Biodiversität – sowohl in der freien Landschaft als auch im urbanen Raum.

2. Pflanzenverwendung und Biodiversität: Der attraktive und standortgerechte Einsatz von Pflanzen – in der Fläche, an Fassaden und auf Dächern – ist nicht nur aus klimatologischer Sicht wertvoll. Pflanzplanerische Projekte, die Ästhetik, Raumwirkung und Biodiversität nachhaltig miteinander vereinen, werden in dieser Kategorie ausgezeichnet.

3. Öffentliche Parks und Grünanlagen: Parks und Grünanlagen sind Kernkompetenzen der Landschaftsarchitektur. In zunehmend verdichteten Städten schaffen sie notwendige Räume für Erholung, Naturerlebnis und Bewegung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas.

4. Plätze und Straßen im öffentlichen Raum: Projekte, die die Gestaltung öffentlicher Plätze und Straßenräume neu denken und sich mit den vielseitigen Nutzungsanforderungen im urbanen oder dörflichen Kontext befassen – unter Berücksichtigung der Anpassung an den Klimawandel sowie der Ansprüche an die Mobilitätswende und die Aufenthaltsqualität.

5. Freiräume für Menschen im Wohn-, Lern- und Arbeitsumfeld: In Zeiten fortschreitender Digitalisierung gewinnen hochwertige Aufenthaltsräume als Orte realer Begegnung und sozialen Miteinanders zunehmend an Bedeutung. Gewürdigt werden wegweisende Freiräume im Kontext von Wohn-, Arbeits- oder Bildungseinrichtungen mit besonderer Atmosphäre, die zugleich wichtige Funktionen als grün-blaue Infrastrukturen erfüllen.

6. Experimentelle Landschaftsarchitektur und Bauen im Detail: Im Mittelpunkt stehen innovative oder ansprechende Lösungen oder Teilaspekte von Projekten. Es kann sich dabei um spezielle Materialverwendungen und Bautechniken, außergewöhnliche Planungsprozesse oder neue Ansätze der Partizipation handeln.

7. Reifeprüfung – Projekte, 20 Jahre und älter: Im Gegensatz zu den vorgenannten Kategorien werden hier ausschließlich Projekte berücksichtigt, deren Fertigstellung zwischen den Jahren 1990 und 2005 lag. Im Fokus stehen Projekte, die über ihre zeitliche Entwicklung durch Pflege und Unterhalt einen Mehrwert erfahren haben oder sich durch eine nachhaltige Nutzung und langjährige Akzeptanz des Ortes auszeichnen.

Jury und Auswahlverfahren
Eine Jury aus zehn Expertinnen und Experten bewertet alle eingereichten Arbeiten insbesondere nach folgenden Kriterien: Klimaanpassung, Nachhaltigkeit, Baukultur, Flächensparen, Biodiversität, Pflanzenverwendung, Materialität sowie Innovation. Die Entscheidung über die Gewinner erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. Grundlage der finalen Entscheidung ist die Besichtigung aller nominierten Projekte durch eine unabhängige Fachjournalistin.

Die für den Publikumspreis nominierten Projekte werden am 13. Juli 2026 auf der Website des bdla Bayern bekannt gegeben. Ab diesem Tag steht ein Online-Portal zur Verfügung, in dem alle interessierten Personen bis 24. August 2026 über den Publikumspreis abstimmen können.

Ziele des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises
Der Preis verfolgt das Ziel, das Arbeitsfeld der Landschaftsarchitektur in Fachkreisen und der breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Dabei wird die besondere Verantwortung der Landschaftsarchitektinnen und -architekten für die soziale, ökologische und klimasensible Weiterentwicklung und Gestaltung von Außenräumen sowie deren städtebauliche Einbindung hervorgehoben. Zugleich honoriert der Preis den Beitrag der Landschaftsarchitektur zur Förderung von Baukultur und Gestaltqualität, insbesondere durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Architekten, Fachingenieuren und Landschaftsgärtnern.

Ausgezeichnet werden beispielhafte Lösungen, die das Potenzial besitzen, in der Praxis breite Anwendung zu finden. Damit erfolgt zudem eine Würdigung von Bauherren, die innovative Ansätze im Freiraum unterstützen und einen wichtigen Beitrag zur Ausbalancierung von hoher Qualität und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit leisten. Nicht zuletzt fördert der Preis den Mut zum Experiment und die Bereitschaft, neue Formen der Zusammenarbeit zu praktizieren.

Foto (© Laura Loewel): Der Oberwiesenfeldpark, eine Symbiose aus Spiel, Sport und Naturschutz in München, war der Gewinner (Hauptpreis) des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2024.

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