GaLaBau-Pionier und Vordenker: Volker May im Alter von 94 Jahren verstorben
Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) trauert um seinen ehemaligen Präsidenten und Ehrenmitglied Volker May. Der Unternehmer und Träger des Bundesverdienstkreuzes aus Feldkirchen bei München verstarb am 12. Februar 2026 im Alter von 94 Jahren.
Mit Volker May verliert der Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) eine prägende Persönlichkeit, die den Berufsstand über Jahrzehnte hinweg unternehmerisch wie ehrenamtlich entscheidend mitgestaltet hat. „Mit seinem unermüdlichen Einsatz war Volker May maßgeblich an der positiven Entwicklung des GaLaBaus in Bayern und darüber hinaus beteiligt. Sein Tod schmerzt unseren Verband, seine Mitglieder und die gesamte Branche. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie und allen Angehörigen“, erklärt Dietmar Lindner, Präsident des VGL Bayern.
Über sechs Jahrzehnte unternehmerische Schaffenskraft
Volker May absolvierte von 1946 bis 1949 seine Ausbildung zum Gärtner bei der Firma Wilhelm Böck in München. Nach dem Besuch der Staatsschule für Gartenbau Stuttgart-Hohenheim legte er 1956 die Meisterprüfung im Gemüse- und Zierpflanzenbau ab. 1960 gründete er in Feldkirchen bei München die Firma Volker May Gartengestaltung. Aus dem Familienbetrieb entwickelte sich eines der führenden GaLaBau-Unternehmen in der bayerischen Landeshauptstadt und der umliegenden Region. Tätigkeitsschwerpunkte sind vor allem große öffentliche und gewerbliche Bauprojekte.
1995 trat Christoph May nach Ausbildungen zum Techniker in Veitshöchheim und zum Betriebswirt Landschaftsbau in den elterlichen Betrieb ein und übernahm schrittweise die Verantwortung. Die Umfirmierung in May Landschaftsbau GmbH & Co. KG erfolgte 2001.
Seit 66 Jahren gestaltet und pflegt das Unternehmen Landschaften, historische Plätze und moderne Sportanlagen. Zu den herausragenden Referenzen zählen der Olympiapark im Zuge der Olympischen Spiele 1972, der Ausbau des Westparks für die Internationale Gartenbauausstellung 1983, der Landschaftspark München-Riem mit der dortigen Bundesgartenschau 2005 sowie die Landesgartenschau 2024 in Kirchheim. Weitere Projekte umfassen unter anderem die Allianz Arena, die BMW Welt, die FC Bayern Global Akademie, das Kempinski Airport Hotel, den Süddeutschen Verlag, Swiss Re, die Münchner Residenz und den SAP-Garden.
Ehrenamt mit nachhaltiger Wirkung
Bereits 1965 trat Volker May dem VGL Bayern bei. Von 1971 bis 1976 war er Schatzmeister, von 1976 bis 1985 Präsident des Verbandes. In dieser Zeit intensivierte er insbesondere die Zusammenarbeit mit anderen grünen Verbänden. Daraus ging unter anderem die heutige Bayerische Landesgartenschau GmbH hervor. Als Landesgartenschau-Beauftragter übernahm er leitende Funktionen bei den Landesgartenschauen 1988 in Dinkelsbühl und 1989 in Straubing. Zudem beteiligte sich der Verband unter seiner Ägide an der Kreditgarantiegemeinschaft des bayerischen Gartenbaus, um Existenzgründungen in der Branche zu fördern.
Einen besonderen Schwerpunkt legte May auf die Aus- und Fortbildung. Beispielsweise forcierte er die Einrichtung des Landesfachsprengels „Garten- und Landschaftsbau“ am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Höchstädt an der Donau und engagierte sich viele Jahre im Meisterprüfungsausschuss. 2002 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft des VGL Bayern verliehen.
Auf Bundesebene war der Gärtnermeister als Präsident des VGL Bayern zugleich Mitglied im Hauptausschuss des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). Anschließend, von 1987 bis 1994, gehörte er dem BGL-Ausschuss „Gartenschauen“ an, dessen Vorsitz er von 1990 an innehatte. Darüber hinaus leitete May die BGL-Kommission „Handwerk“ und trug maßgeblich zur Beilegung des schwelenden Konflikts zwischen dem Straßenbauer-Handwerk und GaLaBau bei. Mit der Unterzeichnung einer Abgrenzungsvereinbarung zwischen den beiden Fachsparten wurden die Unstimmigkeiten beendet.
Auszeichnung für außergewöhnliche Verdienste
1995 erhielt Volker May aus den Händen des damaligen Staatsministers Reinhold Bockelt das vom Bundespräsidenten Roman Herzog verliehene Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Damit wurden seine Verdienste um den GaLaBau, die Nachwuchsförderung und sein Engagement für die Landesgartenschauen gewürdigt.