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Wie kann ich eine erfolgreiche Integration in meinem Betrieb unterstützen?

In der Praxis hat es sich bewährt, einer neuen Fachkraft mit ausländischen Wurzeln eine Mentorin oder einen Mentor an die Seite zu stellen. Ob Sprachprobleme im Job oder die Erläuterung informeller Regeln: von Kollegin zu Kollegin oder von Kollege zu Kollege klappt Integration schnell und umkompliziert. Voraussetzung für das Mentoring sind Fach- und Sprachkenntnisse sowie soziale und interkulturelle Kompetenzen. Besonders geeignet sind erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Unternehmen gut kennen und in der Belegschaft fest verankert sind.

Stellen Sie der Fachkraft an ihrem ersten Arbeitstag die wichtigsten Ansprechpartnerinnen und -partner persönlich vor. Führen Sie ein Einführungsgespräch mit ihr. Dabei informieren Sie sie über ihre Aufgaben und Termine. Legen Sie eventuell erste Ziele fest. Überprüfen Sie in den ersten Wochen regelmäßig den Integrationsfortschritt Ihrer neuen Fachkraft. Beobachten Sie, ob es noch Nachqualifizierungsbedarf gibt und wie die Kolleginnen und Kollegen die Neue oder den Neuen aufnehmen. Führen Sie regelmäßige Feedbackgespräche, um Fehlerquellen und Probleme frühzeitig zu erkennen. Je nach Fortschritt können Sie weitere Ziele vereinbaren.

Auch abseits der Arbeit gibt es viele Aktivitäten, bei denen sich Ihr neues Teammitglied in Ihre Unternehmensgemeinschaft integrieren kann. Regelmäßige gemeinsame Mittagessen, Stammtische, Betriebssport, Freizeitaktivitäten oder Tippspiele sind regelrechte Selbstläufer. Und bei der nächsten Betriebsfeier stellen Sie die neue Kollegin oder den neuen Kollegen noch einmal ausführlich vor.

Für die Entwicklung einer Willkommenskultur stehen Ihnen viele private und staatliche Unterstützungsangebote offen. Ihr Hauptansprechpartner im staatlichen Bereich sind die örtlichen Sozialämter. Diese vermitteln Integrationskurse, Kontakte zu interkulturellen Zentren, zu Landsleuten oder informieren über örtliche Förderprogramme. Oder Sie stellen in Absprache mit der Fachkraft Kontakt zu Vereinen für Freizeitinteressen wie Sport oder Musik her.

Um zu vermeiden, dass versteckte Vorurteile gegenüber dem oder der Geflüchteten der Integration in die Belegschaft im Weg stehen, sind vorbereitende Maßnahmen des Diversity Managements von großem Nutzen. In einem interkulturellen Training können sich Beschäftigte aktiv mit eventuellen Vorurteilen auseinandersetzen und neue Blickwinkel entwickeln. Die Bedeutung dieses Schrittes für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist nicht zu unterschätzen. Gleichzeitig ist es wichtig, der neuen Mitarbeiterin bzw. dem neuen Mitarbeiter die Umgangsformen und Regeln der deutschen Arbeitswelt zu vermitteln. Denn in jedem Land wird auf unterschiedliche Verhaltensweisen Wert gelegt.

Den Link zur Broschüre "Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt - Praxis-Leitfaden für Unternehmen" (Charta der Vielfalt) finden Sie hier