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Landesgartenschau Ingolstadt 2020 feiert Baustellenfest

Ingolstadt: Unter dem Motto „Inspiration Natur“ findet die nächste bayerische Landesgartenschau von 24. April bis 4. Oktober 2020 in Ingolstadt statt. Sieben Monate vor Eröffnung der Großveranstaltung haben die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich über die Baufortschritte auf dem künftigen Gartenschaugelände zu informieren. Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) präsentiert die Planungen für die Themengärten der Landschaftsgärtner, die für das Gelingen der Landesgartenschau im nächsten Jahr von großer Bedeutung sind.

Seit Juli 2017 entsteht im Nordwesten der Stadt ein neuer, rund 27 Hektar großer Landschaftspark für die Menschen der Region. Am 22. September 2019 veranstaltet die Landesgartenschau ein Baustellenfest und eröffnet damit interessierten Besuchern die Möglichkeit, sich persönlich einen Eindruck von den Vorbereitungen zu machen. Der VGL Bayern informiert über die Entwürfe der Themengärten, die sich bei vergangenen Gartenschauen als wichtige Besuchermagnete erwiesen. Mit ihren Themengärten laden die Fachbetriebe im Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) die Gäste während der Gartenschau dazu ein, in den grünen Oasen zu verweilen, die Seele baumeln zu lassen oder auch Inspirationen der Gartenkultur für das eigene Zuhause zu sammeln.

Insgesamt werden neun Schaugärten die Möglichkeiten einer umwelt- und ressourcenschonenden Gartengestaltung auf über 2.000 Quadratmetern veranschaulichen. In enger Zusammenarbeit bringen Landschaftsarchitekten, Landschaftsgärtner sowie der Produktionsgartenbau ihre Sichtweisen auf eine nachhaltige Gartengestaltung ein. Dabei demonstriert jeder Betrieb wie unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden können und wie durch die Symbiose verschiedener Elemente kreative, moderne oder auch klassische Akzente entstehen.

Die Garten- und Landschaftsbau Fiedler GmbH & Co. KG aus Großmehring verwendet für ihren „Nachhaltigen Garten“ (215 m²) regionale Qualitätsprodukte mit langer Lebensdauer. Die standortgerechte Bepflanzung mit Stauden und Gehölzen bietet Nahrung für Insekten und Menschen. Hierfür wird ein Teil der Fläche als Obst-, Gemüse- und Kräutergarten genutzt. Die Wege und der mit einer begrünten Überdachung versehene Sitzplatz sind barrierefrei konzipiert. Ein Wasserbecken und die Einfassung aus Cortenstahl verleihen dem Garten eine moderne Anmutung. Außerdem kooperiert der Fachbetrieb mit der Firma Därr Landschaftsarchitekten aus Halle/Saale bei einem weiteren Themengarten: Hauptaugenmerk der „Ideenschmiede im Freiraum“ (245 m²) ist ein weißer Kubus mit bepflanztem Schaukeltisch im Zentrum. Leicht schwingende Stühle lassen die Gedanken der Besucher schweifen. Stahlseile, die den Kubus überspannen, unterstützen den schöpferischen Prozess und bilden je nach Sonnenstand spannende Schattenbilder.

Aus der Natur übernommen sind die fließenden Formen im Themengarten „Leben im Fluss“ (289 m²) von der Freisinger Gartenschmiede GmbH. Als Hauptthema zieht sich ein Weg durch den Garten – nicht gerade, sondern mäandernd. Daran reihen sich mehrere runde Bereiche auf: ein Wasserbecken mit Sauna, ein Aufenthaltsbereich mit Holzpavillon und Outdoor-Küche sowie ein Rückzugspavillon mit Sitz- und Liegepodest. Die Bepflanzung wechselt von einem einladenden Gräserbeet zu Gemüse- und Zierpflanzen im Küchenbereich, hohen Stauden am Rückzugshaus und einer Bienenweide.

Mit dem „Ein-Blick ins Paradies Weiss-Blau" (187 m²) vermittelt die Firma Kiermeier Gärten zum Wohlfühlen aus Attenhofen das bayerische Lebensgefühl. Eine Hecke umrandet das gärtnerische Paradies und gibt an verschiedenen Stellen den Blick in die inneren Gartenwelten frei – Stauden- und Kräuterbeete sowie Blühpflanzen wechseln sich in den weiß-blauen Landesfarben ab. Auf den Wegen begleiten Engelskulpturen und andere göttliche Motive heimischer Künstler die Besucher. Ein Schwimmteich mit Wasserfall repräsentiert das Voralpenland und ein Saunahaus mit Terrasse sowie moderne Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Im Schaugarten der Gartenidee Kuchler GmbH aus Geisenfeld steht das Thema „Nachhaltigkeit durch optische Vergrößerung von Freiräumen“ (222 m²) im Vordergrund. In Zusammenarbeit mit dem Gartenarchitekten Alexander Koch und dem Designer Peter Schreyer werden die Grundlagen der Gartenarchitektur zur Vergrößerung von Freiräumen präsentiert – bis hin zu Wassergeräuschen in Kombination mit malerischen Klängen. Nachhaltigkeit der besonderen Art, da sich dadurch der Flächenverbrauch reduziert. Informationen zu den Methoden sind auf Internetseiten erhältlich, die sich über QR-Codes auf dem Boden ansteuern lassen.

In Zusammenarbeit mit dem Freisinger Landschaftsarchitekturbüro Freiraum baut die Majuntke GmbH & CO. KG Professionelles Grün aus Mainburg den „Gebrauchten Garten“ (249 m²). Es werden Materialien verwendet, die bereits mehrfach zum Einsatz kamen. Ein geschwungener Besucherpfad aus recyceltem Ton- und Ziegelsplitt sowie Pflanzen und niedrige Einbauten leiten die Besucher durch die einzelnen Themenbereiche. Halbdurchlässige Sichtschutzelemente sorgen für eine Abgrenzung gegenüber dem Hauptweg.

Unter dem Leitmotiv „Refugium" (241 m²) entsteht ein Schaugarten von Andreas Thoma Garten- und Landschaftsbau aus Nandlstadt – ein Rückzugsort für Menschen, Insekten und Kleinstlebewesen. Auch er bietet Raum zur Selbstversorgung mit diversen Obstgehölzen und essbaren Pflanzen. Eine klare Formensprache im Zusammenspiel mit einer naturnahen Bepflanzung zeichnet diesen Garten aus. Dabei steht der Einsatz von recycelten Materialien im Vordergrund – als Beispiel für eine zukunftsorientierte Kreislaufwirtschaft im GaLaBau.

Darüber hinaus beteiligt sich die Firma Stauden Haid aus Ingolstadt mit zwei Beiträgen. Zum einen beinhaltet der Klimawandelgarten „Manche mögen´s heiß“ (234 m²) eine Auswahl an Pflanzen, die an geringe Niederschläge und hohe Temperaturen bei ausreichender Winterhärte angepasst sind. Zum anderen demonstriert der Garten „Man lebt immer zweimal“ (255 m²) die Wiederverwendung vieler Gegenstände, die durch Upcycling eine neue Aufgabe erhalten.